Kapverdische Inseln

Im Zentralatlantik vor der Westküste Afrikas liegen die Kapverdischen Inseln, die durch die portugiesischen Seefahrer entdeckt wurden. Es gibt neun bewohnte Inseln und sechs Unbewohnte. Die Hälfte der rund 450.000 Einwohner lebt auf der Hauptinsel Santiago, mit dem Hauptort Praia. Viele der Einwohner sind im letzten

Jahrhundert ausgewandert, da es immer wieder Hungersnöte gab. Mitte der 1970er Jahre wurde die Unabhängigkeit ausgerufen, die danach mit zahlreichen politischen Wirren einherging. Seit den 1990er Jahren gibt es ein Mehrparteiensystem mit parlamentarisch-demokratischen Strukturen. Ende der 1990er Jahre wurde die einheimische Währung Kap-Verde-Escudo mit fixem Umrechnungskurs an den Euro gekoppelt. Die Amtssprache auf den Inseln ist Portugiesisch, die meisten sprechen aber kapverdisch Kreol. Die Wirtschaft der Inseln ist vor allem auf die Landwirtschaft und den Fischfang ausgelegt. Die Landwirtschaft ist nur auf vier Inseln fokussiert, wo genügend Regen fällt. Die meisten Güter müssen importiert werden. Landwirtschaft findet man vor allem auf der Hauptinsel Santiago. Die Hauptinsel Santiago ist sehr gebirgig und hat die höchste Erhebung mit dem Pico da Antónia (1394). Vor allem Wanderer schätzen die Insel als alternative Ferieninsel im Atlantik. In die Infrastruktur der Insel wurde in den letzten Jahren viel investiert, vor allem in den Hafenausbau und dem Flughafen. Der meiste Touristen der Kapverdischen Inseln kommen auf die Inseln Sal und Boa Vista. Von Deutschland aus gibt es Direktflüge (u.a. München und Frankfurt) auf die Kapverdischen Inseln. Die Flugzeit liegt bei rund sechs Stunden. Sal ist eine sehr kleine und trockene Insel, die vor allem durch die Passatwinde bei Windsurfern sehr beliebt ist. Das Zentrum der Sonnenhungrigen und Windsurfer liegt im Süden: Santa Maria. Hier findet man viele größere Ferienanlagen. Möchte man Sal erkunden, so sollte man sich einen Geländewagen mieten. Im Süden kann man auch sehr schöne Tauchreviere finden.

Boa Vista ist die drittgrößte kapverdische Insel, die vor allem sehr trocken ist und sich in den letzten Jahrzehnten im Tourismus stark entwickelt hat. Der Tourismus ist aber noch sehr angenehm und Massentourismus findet man nur in San. Die Insel ist als Starkwindrevier bekannt und deshalb ein Eldorado für Surfer. Vor allem italienische Investoren sind auf die Insel gekommen und haben in Hotels investiert. Seit dem Jahr 2007 gibt es einen internationalen Flughafen auf der Insel. Es gibt kilometerlange Sandstrände (über 50 Kilometer) die noch unberührt sind. Touristische Ausflüge oder Wanderungen ins Landesinnere werden angeboten. Boa Vista gilt als eines der Reiseziele im Atlantik, dass noch viel Tourismuspotential hat. Man schätzt, dass Boa Vista der Insel Sal den Rang im Tourismus langfristig abläuft. Insgesamt leben auf Boa Vista rund 4.000 Menschen, die Hälfte im Hauptort der Insel Sal Rei, eine sehr gemütlichen Stadt. Badeurlauber finden in den Buchten um Sal Rei gute Bade- und Wassersportmöglichkeiten. Der Osten der Insel ist noch menschenleer und eignet sich für Strandwanderungen. Baden sollte man auf allen Inseln nur dort, wo das Baden freigegeben ist. Gerade auf den Atlantikinseln vor der Küste Afrikas gibt es sehr starke Strömungen. Im Süden der Insel liegt der schönste Strand von Boa Vista: Praia de Santa Monica.

Insgesamt sind die Kapverdischen Inseln immer noch in Insidertipp für Menschen, die vor allem Badeurlaub und Wassersport lieben. Auf den touristischen Hauptinseln Sal und Boa Vista findet man sowohl hochpreisige Hotels als auch sportliche Clubhotels oder günstige Pensionen. Für die Einreise auf die Kapverdischen Inseln braucht man ein Visum und einen Reisepass, der noch mindestens ein halbes Jahr gültig ist. Informationen zum Visum bekommt man zum Beispiel beim Auswärtigen Amt. Bei Pauschalreisen ist häufig das Visum im Preis inbegriffen.