La Gomera
Die Vulkaninsel La Gomera ist die zweitkleinste Insel der Kanaren und liegt im Westen der kanarischen Inseln. Verwaltungstechnisch gehört La Gomera zur Provinz Santa Cruz de Tenerife. La Gomera ist in den 1960er Jahren vor allem eine Lieblingsinsel der Hippies gewesen, die hier in schöner Natur aussteigen wollten. Auch bis in
die 1990er Jahre kamen viele Aussteiger nach La Gomera und arbeiten zum Beispiel auf den Bananenplantagen, die es zahlreich auf La Gomera gibt. La Gomera ist immer auch von Massentourismus verschont geblieben, da man hier nicht weiße Sandstrände findet, sondern nur wenige schwarze Strände existieren. Was in den 1970er und 1980er Jahren den Tourismus behinderte, war auch die Massenflucht der Einwohner, die bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen auf anderen kanarischen Inseln oder in Europa suchten. So ist La Gomera lange Zeit ein Insider-Tipp für Naturliebhaber gewesen. Mitte der 1980er Jahre verbesserte sich die Situation für die Einwohner, da die Europäische Gemeinschaft eine Absatzgarantie auf Bananen aus La Gomera vergab. Anfang der 1980er Jahre bekamen die kanarischen Inseln auch einen Sonderstatus von Spanien mit vielen autonomen Rechten. Politisch und wirtschaftlich ist La Gomera seit den 1980er Jahren wieder auf einem guten Weg, der vor allem wirtschaftlich durch nachhaltigen Tourismus geprägt ist. Durch EU-Förderungen wird auch der Tourismus als Wirtschaftszweig auf La Gomera gefördert. Der sanfte Tourismus ist heute die Kernwirtschaft. Vor allem in der fruchtbaren Nordhälfte der Insel spielt die Landwirtschaft immer noch eine Rolle.
Heute leben auf La Gomera rund 22.000 Menschen. Die Hauptstadt ist San Sebastián de la Gomera. Hier läuft über den Handel mit Teneriffa das meiste Geschäft. San Sebastián de la Gomera ist das Drehkreuz der Insel. Hier kommen auch die Fähren der kanarischen Inseln an und von hier ist das Straßennetz über die Insel verteilt. Gomera besitzt mehrere Vegetationszonen. Große Hotelanlagen findet man auf der Insel nicht. Die Unterkünfte sind vor allem auf Individualtouristen ausgelegt. Im Norden fällt durch die Höhenlage mehr Regen als im Süden der Insel. Im Norden prägen vor allem die Lorbeerwälder bis 500 Meter das Bild. Der Süden ist vor durch karge Sträuchern Sträucher geprägt. Rund zehn Prozent der Fläche von La Gomera nimmt der bekannte Nationalpark Garajonay ein. Durch das besondere Ökosystem ist der Park seit 1986 UNESCO-Weltnaturerbe. Vor allem die subtropischen Lorbeerwälder kann man in dem Park bestaunen. Naturliebhaber sind begeistert durch den immergrünen Nebelwald mit Farnen. Der Nationalpark beherbergt eine hohe Zahl an bedrohten Pflanzen. Das Besucherzentrum befindet sich in La Palmita-Agulo, außerhalb des Parks. Rund eine halbe Million Menschen kommen jährlich in den Nationalpark. Man kann geführte Touren buchen oder auch individuelle Wanderungen unternehmen.