Madeira

Die Blumeninsel Madeira liegt rund tausend Kilometer von Lissabon entfernt im Atlantik. Sie ist Teil der Inselgruppe Madeira, mit der kleineren Insel Porto Santo und zwei unbewohnten Inseln. Porto Santo wird vor allem von Einheimischen am Wochenende besucht, da es hier schöne Sandstrände gibt, die Madeira nicht soviel aufweisen

kann. Zwischen der Hauptinsel Madeira und Porto Santo verkehren täglich Fähren. Die Überfahrt dauert rund zwei bis drei Stunden. Die Geschichte von Madeira ist vor allem geprägt von den spanischen, englischen und portugiesischen Seefahrern, die hier vor Anker gingen. Die Insel wurde auf Begehren Heinrich des Seefahrers durch Portugiesen besiedelt. Durch die Revolution der Portugiesen im 17. Jahrhundert gegen die Spanier wurde Portugal, und auch die Inselgruppe Madeira, von Spanien unabhängig. Durch den Vertrag von Lissabon im 17. Jahrhundert mussten die Portugiesen unter anderem Zugeständnisse für ihre Selbstständigkeit gegenüber den Engländern machen. So kam es, dass Engländer sich hier ansiedelten und vor allem im Weinhandel tätig waren. Vor allem bei der Besiedlung der Neuen Welt spielte Madeira bei den Seefahrern eine wichtige Rolle. In der jüngeren Geschichte wurde Madeira durch die Nelkenrevolution in den 1970er Jahren autonom. Bis heute hat Madeira weitgehend Selbstverwaltungsrechte gegenüber Portugal. Mit der Mitgliedschaft Portugals in der EU wurde auch Madeira EU-Mitglied. Die EU-Gemeinschaft förderte vor allem den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur auf Madeira.

Madeira war bis in die 1970er Jahre eine sehr arme Insel, die allerdings durch den Tourismus überdurchschnittliches Wachstum seit dieser Zeit erfuhr. Der Tourismus und die Dienstleistungsbranche sind heute die Kerngeschäfte der Insulaner. Vor allem durch günstige Mehrwertsteuerregelungen hat man namhafte IT-Unternehmen auf die Insel gezogen. In der Tourismusstrategie setzt man vor allem auf aktive Zielgruppen, um das Image der reichen Rentnerinsel zu verändern. Auch möchte man die Touristenkapazitäten stark erhöhen, um den Tourismus noch mehr dynamisch wachsen zu lassen. Traditionell ist Madeira eine Insel mit hohem britischem Touristenanteil. Der deutsche Touristenanteil ist in den letzten Jahren dynamisch gestiegen. Vor allem auch deshalb, da die Verantwortlichen immer mehr auf den europäischen Pauschaltourismus setzen. Die Hauptstadt Madeiras, Funchal, wird inzwischen mehrmals in der Woche aus Deutschland angeflogen. Vor allem Wanderer schätzen die Insel, die im Winter frühlingshafte Temperaturen bietet. Es herrscht immer ein sehr angenehmes Klima auf der Insel, das im Sommer durch den Nordostpassat bestimmt wird. Der Süden ist subtropisch warm, während im Norden es mehr regnet. Viele Pflanzen und Tiere sind vor allem durch Menschen bewusst oder unbewusst auf die Insel gebracht worden. Dort, wo viele Menschen verkehren, ist die ursprüngliche Vegetation nur noch zum Teil zu bewundern. Gerade in den Küstenregionen ist die Flora durch menschliches Einwirken geprägt, wenn auch sehr schön. Ein Großteil der Insel ist mit Lorbeerwald bedeckt. Durch die Nebelniederschläge im Norden findet man sehr feuchte Wälder auf der Insel.

Wanderer findet im Norden viele Wanderwege, die vor allem auch frühere Bewässerungskanäle waren. Man kann Wanderungen zum Beispiel zum höchsten Berg der Vulkaninsel unternehmen: dem Pico Ruivo, der 1.862 Meter hoch ist und aus Lavagestein besteht. Bei Wanderungen sollte man sich immer genau erkundigen, da die Routen sich über Stunden ziehen können. Da es auf Madeira kaum Badestrände gibt, haben die Behörden einige geschützte Badebuchten gebaut. Auch wurden kleinere Sandstrände angelegt. Immerhin kommen heute rund eine Millionen Touristen auf die Insel. Rund 20 Prozent der Touristen kommen von den Kreuzfahrtschiffen und sind Tagestouristen. Die Hauptstadt von Madeira ist Funchal im Südosten der Insel. Hier leben über 100.000 Einwohner. Im 19. Jahrhundert kamen vor allem reiche Adlige nach Funchal, die den Frühling auf der Insel genossen. Zu den führenden Hotels der Welt gehört das Reid's Palace in Funchal: Treffpunkt der Reichen und Schönen. Heute gibt es hier auch günstigere Hotels. Neben den Kreuzfahrtschiffen, die hier im Frühling vor allem anlegen, kommen auch viele Atlantiksegler nach Funchal. In vielen Orten Madeiras wurden Marinas für die Atlantiküberquerer geschaffen.

Caniço im Osten der Insel ist eine Gemeinde, die in den letzten Jahren sehr schnell gewachsen ist. Vor allem der Dienstleistungsmarkt hat viele junge Einheimische von der Hauptstadt in die Gemeinde mit mehreren Ortteilen gebracht. Heute leben in der Gemeinde rund 12.000 Menschen, die hier teils Eigenheime gebaut haben. Vor allem auch deutsche Ferienhauskäufer haben in der Gemeinde investiert. Viele neue Hotelanlagen sind durch ausländische Inverstoren in der Gemeinde Caniço entstanden, da der neuausgebaute Flughafen für Großflugzeuge auch nur knapp 10 Kilometer entfernt liegt. Wer gemütlichere Ortschaften entdecken will, der kann zum Beispiel Santana im Norden der Insel besuchen. Hier findet man viele der typischen strohbedeckten Bauernhäuser Madeiras. Sehr schön ist zum Beispiel auch der madeirensische Fischerort Cámara de Lobos an der Südküste. Insgesamt leben heute rund 265.000 Menschen auf der 794 km² großen Insel, die Mittel- und Hochgebirgscharakter hat. Typisch für Madeira sind die steilen Klippen, die man aus dem Flugzeug oder von der Fähre aus sieht. Aktive Urlauber finden auf Madeira zwei schöne Golfplätze oder können zum Tauchen, Kanufahrern oder Segeln gehen. Auch Hochseefischen wird angeboten. Da der Atlantik häufig sehr kalt ist, ist Madeira weniger geeignet für chronische Badeurlauber. Mit zu den schönsten Ferienanlagen Europas gehört das Choupana Hills Resort. Die Architekten Michel de Camaret und Didier Lefort bauten das Resort nach höchsten ökologischen Standards für geschätzte 30 Millionen Euro. Das Resort liegt etwas außerhalb von Funchal.